Montag, 14. Oktober 2019

Wenn die Weisheit Buddhas auf englischen Humor trifft...

Dolly Lama, der weltweit wichtigste paarhufige spirituelle Meister, verkündet zum ersten Mal die Weisheitslehren des Lama Karmas und erklärt, wie du inneren Frieden und Glück entwickeln kannst.

Der einfachste Weg dazu führt dich über die sogenannte Wiedation. Dies ist eine Mischform aus Wiederkäuen und Meditation. Dabei zieht seine Freundlichkeit Dolly Lama seine Inspiration aus den kuhdistischen „Vier Wolligen Weisheiten“ Mitgefühl, Selbstdisziplin, Gelassenheit und Seelenwanderung, die schon viele Grasfresser auf den rechten Pfad geführt haben.

Dieses liebenswerte Büchlein bringt die Themen Meditation und Achtsamkeit auf humorvolle und spielerische Weise näher.  Buddhas Weisheit trifft auf englischen Humor. Dies macht das Buch zusammen mit so einem liebevollen Cover zu einem empfehlenswerten Geschenk für Freunde und Bekannte


"Lama Karma: Wollige Worte der Weisheit eines spirituellen Paarhufers" von Stephen Morrison, erscheinen am 2. September 2019 bei Random House



Sonntag, 27. November 2016

10 Bücher, die dein Leben für immer verändern werden

Schon so manches Mal hat das Lesen eines Buches das Leben eines Menschen grundlegend verändert.

Diese zehn Bücher haben dieses verheißungsvolle Potenzial dein Leben noch heute zum Besseren zu wenden.




Warum bleiben die Reichen reich und die Armen arm? Weil die Reichen ihren Kindern beibringen, wie sie mit Geld umgehen müssen, und die anderen nicht! Die meisten Angestellten verbringen im Laufe ihrer Ausbildung lieber Jahr um Jahr in Schule und Universität, wo sie nichts über Geld lernen, statt selbst erfolgreich zu werden. Robert T. Kiyosaki hatte in seiner Jugend einen »Rich Dad« und einen »Poor Dad«. Nachdem er die Ratschläge des Ersteren beherzigt hatte, konnte er sich mit 47 Jahren zur Ruhe setzen. Er hatte gelernt, Geld für sich arbeiten zu lassen, statt andersherum. In Rich Dad Poor Dad teilt er sein Wissen und zeigt, wie jeder erfolgreich sein kann.




Laut Dale Carnegie ist der Umgang mit Menschen wahrscheinlich das heikelste Problem, das wir zu lösen haben. Vielen von uns mangelt es ganz einfach an Einfühlungsvermögen und Verständnis für die anderen. Das Buch ist nun dazu da, diese Schwächen Schritt für Schritt zu überwinden, um mit seinen Mitmenschen besser auszukommen, neue Geschäftskontakte anzubahnen und um neue Freunde zu gewinnen.


Buch 3

"Die Wissenschaft der Gedankenführung"

von Felix Brocker




So wie auch Spitzen- und Hochleistungssportler von den neuesten Erkenntnissen der Hirnforschung profitieren, sollten auch Sie die wissenschaftlich fundierten Erkenntnisse über die Kraft der eigenen Gedanken kennen und nutzen. Genau darum geht es in der Buchreihe "Die Wissenschaft der Gedankenführung".
Das erste Buch, das sich den Grundlagen der Gedankenführung widmet, wertet die Ergebnisse der unterschiedlichsten Wissenschaften aus und vernetzt diese miteinander. Es arbeitet mit einem Querschnitt durch die etablierten und anerkannten Wissenschaften. Die unterschiedlichsten wissenschaftlichen Forschungsergebnisse werden ausgewertet und erscheinen dem Leser in ihrer einzigartigen Zusammenführung in einem neuen Licht. Das Ergebnis eben dieser Arbeitsweise ist eine wissenschaftliche Betrachtung der Kraft der Gedanken.
Insbesondere die Hirnforschung hat in den vergangenen Jahren gewaltige Fortschritte gemacht. Es werden gewaltige Milliardensummen in die Hirnforschung investiert, an denen selbst die NASA mit gewaltigen Forschungsprojekten beteiligt ist.


Buch 4

Flow: Das Geheimnis des Glücks

von Mihaly Csikszentmihalyi




Wer das Glück will, muss das Chaos im eigenen Kopf beherrschen. Wer frei sein will, muss nur seine Ziele kennen. Das Buch fasst jahrzehntelange Forschung über die positiven Aspekte menschlicher Erfahrungen zusammen: Freude, Kreativität und den Prozess vollständigen Einsseins mit dem Leben, den der Autor FLOW nennt.
Glück ist nichts, was man mit Geld kaufen könnte. Glück ist flow. Jeder hat dieses Gefühl schon erlebt: über sich selbst zu verfügen, im Einklang mit sich und der Welt zu sein uns sein Schicksal in die eigene Hand nehmen zu können. Bei diesen seltenen Gelegenheiten spürt man ein Gefühl von Hochstimmung, von tiefer Freude, das lange anhält und zu einem Maßstab dafür wird, wie das Leben aussehen sollte.



Buch 5

"Der wunderbare Weg" 

von Scott Peck




Die Quintessenz dieses Klassikers kann man beschreiben mit der Volksweisheit „Jeder ist seines Glückes Schmied“. Habe Mut, Eigenverantwortung für dein Leben zu übernehmen, ist die Devise des Psychotherapeuten M. Scott Peck. Erst wenn wir daran gehen, die Probleme, mit denen wir konfrontiert sind, anzunehmen, findet eine bewusste positive Entwicklung in unserem Leben statt.


Buch 6

"Der Alchemist" 

von Paulo Coelho



Santiago, ein andalusischer Hirte, hat einen wiederkehrenden Traum: Am Fuß der Pyramiden liege ein Schatz für ihn bereit. Soll er das Vertraute für möglichen Reichtum aufgeben? Santiago ist mutig genug, seinem Traum zu folgen. Er begibt sich auf eine Reise die ihn über die Souks in Tanger bis nach Ägypten führt, er findet in der Stille der Wüste auch zu sich selbst und erkennt, dass das Leben Schätze bereithält, die nicht mit Gold aufzuwiegen sind.


Buch 7

"Die 4-Stunden-Woche"

von Timothy Ferriss




Warum arbeiten wir uns eigentlich zu Tode? Haben wir nichts Besseres zu tun? Und ob! - sagt Timothy Ferriss. Der junge Unternehmer war lange Workaholic mit einer 80-Stunden-Woche. Doch dann erfand er MBA - Management by Absence - und ist seitdem freier, reicher, glücklicher. Mit viel Humor, provokanten Denkanstößen und erprobten Tipps erklärt Ferriss, wie sich die 4-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich verwirklichen lässt.



Buch 8
"Denke nach und werde reich"
von Napoleon Hill



Reichtum ist kein Zufall! Über zwanzig Jahre lang hat Napoleon Hill untersucht, welche Gemeinsamkeiten erfolgreiche Menschen verbindet. In Gesprächen mit 500 Millionären arbeitete er die Methoden heraus, die zum Erfolg führen und beschrieb sie in seinem Bestseller "Denke nach und werde reich". Im vorliegenden Buch finden Sie die wichtigsten dieser Erfolgsgesetze prägnant zusammengefasst – eine hilfreiche Anleitung, das eigene Leben in materiellem Wohlstand und mit Erfolg in Beruf und Privatleben zu führen.




Babylon wurde zur wohlhabendsten Stadt des Altertums, weil seine Bewohner den Wert des Geldes schätzten und solide wirtschaftliche Grundregeln bei der Schaffung von Vermögen, beim Sparen und bei der Anlage zur weiteren Geldvermehrung befolgten. Die Gleichnisse von Bansir, dem Wagenbauer, oder von der Mauer von Babylon und viele andere geben diese noch immer aktuellen Grundregeln weiter. Auf bestechend einfache und anschauliche Weise zeigen sie, wie man gekonnt mit Geld umgeht, sich seine Wünsche erfüllt und die Unabhängigkeit und den Erfolg erlangt, von denen andere nur träumen. Die bestechend einfachen Parabeln hauchen dem Thema Geld Leben und Faszination ein. „The Richest Man in Babylon“ erschien erstmals 1926 und fand bis heute Millionen von begeisterten Lesern.
George S. Clasons zehn unterhaltsame Parabeln über Geld und Reichtum aus Babylon, dem versunkenen Finanzzentrum der antiken Welt, lassen sich problemlos auf die heutige Zeit übertragen und haben nichts von ihrer Bedeutung verloren.


Buch 10

"Die Sonderausgaben der Wissenschaft der Gedankenführung"

von Wallace Delois Wattles und Felix Brocker




Die drei Sonderausgaben der Wissenschaft der Gedankenführung beinhalten die zeitlosen Werke des Neugeistlichen Schriftstellers Wallace Delois Wattles. Seine bekanntesten Bücher widmen sich den Bereichen Genialität, Wohlbefinden und Finanzen. Die über hundert Jahre alten Originaltexte wurden frei aus dem Englischen übersetzt, ohne dabei den Sinn oder den Inhalt zu entstellen.
Wattles Bücher ist rein pragmatischer Natur, was bedeutet, dass es seinem Leser eine möglichst einfache Anleitung gibt, wie er seine Gedanken so führen kann, dass er zu einem rundum erfolgreichen und glücklichen Menschen wird. Wattles Bücher haben viele Menschen dazu veranlasst, dieses Wissen weiterzugeben. So inspirierten sie unter anderem auch die amerikanische Bestsellerautorin Rhonda Byrne zu ihrem aufwendig produziertem Dokumentarfilmhit „The Secret – Das Geheimnis“ aus dem Jahre 2006.
Wattles beweist, welche magische Kraft darin liegt, auf die richtige Weise zu denken. Auf seine revolutionär simple Art weist er uns auch heute noch den Weg in ein selbstbestimmtes und erfülltes Leben.



Samstag, 26. November 2016

Sieben Zitate, die dich zur Selbstverwirklichung motivieren

Diese sieben Zitate werden dich auf der Stelle dazu motivieren, die Verwirklichung deiner Selbst voranzutreiben.


1.
"Die Kraft der Gedanken ist die Brücke zur Verwirklichung deiner Selbst."

Die Wissenschaft der Gedankenführung

2.
"Deine Zeit ist begrenzt. Also verschwende sie nicht, indem du das Leben anderer lebst. Lass dich nicht von Dogmen beherrschen, die das Ergebnis der Gedanken anderer sind."

3.
"Das Allerbeste, was du für die ganze Welt tun kannst, ist das Beste aus dir selbst zu machen."

4.
"Das Leben ist wie ein fahrendes Rad. Es braucht eine Vorwärtsbewegung, um in Balance zu bleiben."

5.
"Du trägst bereits jetzt alles Notwendige in dir, um deine Träume Realität werden zu lassen."

Wallace Wattles Zitat
Lass deine Träume Realität werden.

6.
"Ziel des Lebens ist Selbstentwicklung. Das eigene Wesen völlig zur Entfaltung zu bringen, das ist unsere Bestimmung."

7.
"Klare Ziele helfen dir dabei, die Richtung deines Lebensweges selbst zu bestimmen."


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Dienstag, 15. November 2016

Die sieben Zutaten für ein gelungenes und glückliches Leben

Für ein glückliches und gelungenes Leben gibt es keinen Masterplan. Die Lebenswege jedes einzelnen Menschen sind so unterschiedlich, dass es ein genau abgestimmtes Rezept für die gelungene Gestaltung seines Lebens nicht gibt. 

Es gibt jedoch gewisse Zutaten, die in der der Rezeptur eines glücklichen und gelungenen Lebens keinesfalls fehlen sollten.



Dies sind die sieben Zutaten für ein gelungenes und glückliches Leben.

1. Gefühle in Balance
    Die eigenen Gefühle in Balance zu halten ist für ein glückliches Leben unerlässlich. Ein geschicktes Ausbalancieren der Gefühle erzeugt Frieden im Geiste.

2. Gesundheit und Energie
    Eine weitere wichtige Zutat sind Gesundheit und Energie. Hierbei gilt, dass ein ungeübter Körper der eigenen Gesundheit und der eigenen Energie sehr viel weniger schadet als ein ungeübter Geist.

3. Liebe und Freundschaften
    Liebe und gute Beziehungen zu anderen Menschen sind unverzichtbar. Hierbei kommt es jedoch nicht auf die Quantität, sondern auf die Qualität der Beziehungen an.

4. Finanzielle Freiheit
    Zum einem gelungenen Leben gehört auch ein gewisses Maß an finanzieller Freiheit und Unabhängigkeit. Wissenschaftler haben den Umstand, inwieweit Geld glücklich macht untersucht und sind dabei zu dem folgenden Ergebnis gekommen: Bis zu einem Jahresgehalt von etwa 70.000 $ im Jahr macht Geld tatsächlich glücklicher. Doch derjenige, der sieben Millionen im Jahr verdient, ist nicht glücklicher als derjenige, der 70.000 $ verdient.

5. angemessene und wertvolle Ziele
    Wer ziellos durchs Leben treibt, für den ist kein Wind ein günstiger. Die zahlreichen Chancen, die das Leben bietet, werden nicht erkannt und demzufolge auch nicht wahrgenommen. Sich selbst angemessene und wertvolle Ziele zu setzen, ist ein Garant für ein erfülltes Leben und die Entfaltung des eigenen Potenzials.

6. Selbsterkenntnis und Selbstbewusstsein
    Alles Leben ist auf Wachstum ausgerichtet. So gehört zu einem gelungenen Leben ein wachsendes Verständnis seiner eigenen Person. Neben der Selbsterkenntnis, die ein Leben lang andauert, steht das Selbstbewusstsein. Ein gesundes Maß an Selbstbewusstsein ermöglicht erst ein weitgehend selbstbestimmtes Leben, das auf die Entfaltung des eigenen Potenzials ausgerichtet ist

7. Selbstverwirklichung
    Der ultimative Schritt zu einem glücklichen und gelungenen Leben ist die Selbstverwirklichung.
Die Kraft der Gedanken bildet dabei die Brücke zur Verwirklichung deiner Selbst.


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Montag, 7. Juli 2014

Heile Dich selbst - Über den Einsatz der Psychoneuroimmunologie

"Ein gesunder Geist in einem gesunden Körper", sagten bereits die alten Römer - und hatten Recht. Mit Hilfe der relativ jungen Wissenschaft der Psychoneuroimmunologie konnte erstmals nachgewiesen werden, dass akute psychische Belastungen die Immunfunktion im Körper beeinträchtigen und im Extremfall sogar zu schweren Erkrankungen führen können.


1. Teil: Was ist Psychoneuroimmunologie

Der Dualismus von Leib und Seele, den der Philosoph René Descartes begründete, bestimmte in den letzten 400 Jahre die Medizin. Schulmediziner glaubten, dass Krankheiten allein auf stofflicher Ebene entstehen und mit der Psyche nichts zu tun haben. Doch eine neue medizinische Fachrichtung setzt sich seit etwa zwei Jahrzehnten langsam durch: die Psychoneuroimmunologie.

Sie untersucht, wie sich der Geist eines Menschen auf sein Verhalten, seine Gedanken und auf das Immunsystem auswirkt und welchen Einfluss das Immunsystem umgekehrt auf den Geist hat. Seit Jahren ist klar, dass das Gehirn und unser Immunsystem in ständigem Austausch miteinander stehen. Durch Botenstoffe kommunizieren sie miteinander. Sie sind so eng miteinander verbunden, dass auch ein gestresstes Gehirn über Botenstoffe die Zellen strapazieren kann. Umgekehrt produziert auch das Immunsystem Botenstoffe, die sich direkt auf unser Denken und Fühlen auswirken.

"Wir gehen davon aus, dass es bei bestimmten Erkrankungen wie beispielsweise der Diabetes, die zu hohem Anteil mit einer Depression einhergeht, zu einem Wechselspiel kommt. So bekommen auch viele Menschen nach einem Herzinfarkt Depressionen", so der Psychiater und Psychotherapeut Georg Juckel. Deshalb werden Körper und Geist in der Psychoneuroimmunologie als eine Einheit betrachtet. Der ganze Patient mit seiner Krankheit steht im Mittelpunkt. "Wenn ein Mensch erkrankt ist, kommt eine Linderung oder Heilung erst dann zustande, wenn der Mensch ganzheitlich behandelt wird. Für mich als Chirurg ist der Hauptpfeiler die Schulmedizin.

Der Patient sollte aber auch Maßnahmen mitergreifen, um sich selber zu stärken und um seine Umwelt zu verbessern", so der Chirurg Waldemar Uhl. Eine wichtige Methode bei psychischen Störungen infolge einer Krankheit ist die kognitive Umstrukturierung. "Dabei geht es um problematische Gedanken und Verhaltensweisen, die diese Erkrankungen mit hervorgebracht haben. Wenn es gelingt, diesen dysfunktionalen Gedanken beispielsweise durch Verhaltenstherapie etwas Positives entgegenzusetzen, kann eine kognitive Umstrukturierung gelingen", so Georg Juckel.

Wichtig ist auch, die Selbstheilungskräfte gezielt zu unterstützen und Heilblockaden etwa durch Sport, gesunde Ernährung und Entspannungsübungen zu lösen. Vor allem die Meditation stärkt Muskeln, Herz und das Immunsystem. Darüber hinaus sind soziale Beziehungen ein entscheidender Faktor für die Heilung. Wenn Patienten Zuspruch erfahren und Hoffnung schöpfen, können sie ihre Erkrankung leichter besiegen. Die Erfolge der Psychoneuroimmunologie spiegeln sich in zahlreichen Studien wider. Allerdings steckt diese Richtung in Deutschland - anders als in den USA - immer noch in den Kinderschuhen.


2. Teil: Wie der Körper auf Stress reagiert

Psychosoziale und psychische Faktoren verändern unser Nerven-, Hormon- und Immunsystem und haben damit entscheidenden Einfluss auf Gesundheit und Krankheit. Wenn der Mensch sich bedroht und überfordert fühlt, gerät er in Stress. Dabei setzt sein Körper eine Reihe von Abwehrreaktionen in Gang.

In einer ersten Welle der Stressantwort befiehlt das Zwischenhirn dem Nebennierenmark, die Hormone Adrenalin und Noradrenalin zu produzieren. Durch sie erhöht sich der Blutzuckerspiegel, Muskeln und Gehirn wird rasch Energie zugeführt, der Herzschlag beschleunigt sich und der Blutdruck nimmt zu, so dass der Organismus in Verteidigungsbereitschaft gerät. Nach überstandener Belastung muss der Körper in einer zweiten Welle wieder beruhigt werden. Dabei wird das Hormon Cortisol ausgeschüttet. Es dämpft die Erregung und reduziert mögliche Entzündungsreaktionen.

Bei chronischem Stress gerät zu viel Cortisol ins Blut. Das Stresshormon dämpft dauerhaft die Immunabwehr und bringt sie aus dem Gleichgewicht. Dabei wird je nach Krankheitserreger entweder eine zelluläre oder eine humorale Abwehr aktiviert. Die zelluläre Abwehr bekämpft Viren und Krebszellen, die humorale dagegen Bakterien, die durch Wunden in den Organismus eindringen. Die Überproduktion an Cortisol verschiebt das Gleichgewicht von zellulärer und humoraler Abwehr. Die zelluläre Abwehr wird geschwächt, die humorale verstärkt. In der Folge werden wir anfälliger für Virusinfektionen wie Grippe oder Herpes.

uns anfälliger für Allergien und zahlreiche Hauterkrankungen wie etwa Neurodermitis. Auch Autoimmunerkrankungen wie Rheuma gehören in diesen Zusammenhang. Die steigende Stressbelastung durch Beruf und Umweltfaktoren führt inzwischen weltweit zu einer extremen Zunahme von Allergien. Viele werden schon vor der Geburt angelegt. Stressbelastete Mütter geben ihr Cortisol an den Fötus weiter und gefährden dessen Immunsystem. Auch eine belastende Kindheit hat Auswirkungen. So können traumatische Erfahrungen im Kindesalter die Ursache für rheumatische Erkrankungen bei Erwachsenen sein.

Die Wechselwirkungen sind erst wenig erforscht. Betrachtet man nur die biochemischen Vorgänge einer einzelnen Zelle, so wird deutlich, wie komplex die Einwirkungsmöglichkeiten sind. Immunzellen haben nicht nur Rezeptoren für Entzündungssignale. Sie haben auch Rezeptoren für Hormone und Neurotransmitter. Das bedeutet, dass unser Nervensystem über Botenstoffe auf das Immunsystem einwirken kann. Der Vorgang kann aber auch umgekehrt stattfinden. Das Immunsystem kann dem Gehirn über Botenstoffe eine Erkrankung mitteilen. Der Organismus entwickelt dann ein Schonverhalten, dessen Folgen Appetitlosigkeit, Niedergeschlagenheit und der Rückzug aus der Welt sind.

Das Immunsystem als Ganzes, die Wechselwirkung von sozialen, psychischen und körperlichen Faktoren, lässt sich jedoch nicht als linearer Prozess von Ursache und Wirkung beschreiben. Es ist ein emergentes Zusammenwirken, das zu einer neuen, nicht vorhersehbaren Qualität führt.


Regenbogen
Die Wissenschaft der Gedankenführung

Sonntag, 6. Juli 2014

Norman Doidge: Neustart im Kopf - Wie sich unser Gehirn selbst repariert

Die Plastizizät des Gehirns ist die wohl wichtigste Erkenntnis der modernen Hirnforschung mit weitreichenden Folgen. Unser Gehirn ist und bleibt ein gesamtes Leben lang veränderbar.


Norman Doidge, Psychiater und Psychoanalytiker, verbindet faszinierende Einblicke in die neueste Neurologieforschung mit aufsehenerregenden Beispielen aus der Praxis, wie das der Frau, die mit nur einer Hirnhälfte geboren wird. Diese jedoch organisierte sich so, dass sie wie ein ganzes Hirn funktioniert. Oder das von dem Mann, dessen Gehirn nach einem Schlaganfall die Hirnströme in gesunde Hirnregionen »umleitet« und seinem gelähmten Arm die Bewegungsfähigkeit zurückgibt. All dies ermöglicht unser Gehirn, das sich viel stärker verändern kann, als wir bislang dachten.

Norman Doidge "Neustart im Kopf" auf Amazon


Freitag, 30. Mai 2014

Die Wissenschaft des Reichwerdens von Wallace Delois Wattles

Die Trilogie der Sonderausgaben der Wissenschaft der Gedankenführung ist komplettiert. Mit der Veröffentlichung der Goldenen Sonderausgabe sind die drei bedeutendsten Bücher des neugeistlichen Schriftstellers Wallace Delois Wattles in deutscher Sprache erhältlich. Die Goldene Sonderausgabe beinhaltet sein wohl bekanntestes Buch "Die Wissenschaft des Reichwerdens". Der Originaltext aus dem Jahre 1910 wurde frei aus dem Englischen übersetzt, ohne dabei den Sinn oder den Inhalt zu entstellen.

Die Goldene Sonderausgabe ist eine Ergänzung zu dem Buch „Die Wissenschaft der Gedankenführung Band 1 Grundlagen" und dem zweiten Kapitel Geschichte.
Diese ist bereits jetzt als Paperback & Ebook erhältlich. Das Hörbuch erscheint am 3. Juli 2014


Die Geniale Sonderausgabe erscheint bereits einen Monat zuvor am 5. Juli 2014 als Hörbuch.



Sämtliche Bücher aus der Reihe "Die Wissenschaft der Gedankenführung" gibt es hier bei Amazon.

Sonntag, 23. Februar 2014

Was treibt dich an?

Warum wir Dinge tun, andere nicht machen wollen und wieder andere nicht lassen können, beschäftigt Psychologen und Hirnforscher. Bei ihrer Suche nach dem Wesen der Motivation entdecken sie, was Geld, Fruchtsaft und erotische Bilder gemeinsam haben.


Jetzt noch nicht, denken morgens tausende Menschen und drücken die Schlummerfunktion ihres Weckers. Noch fünf Minuten schlafen. Arbeit, Schule, womit auch immer ihr Tag regulär beginnt, dazu haben sie keine Lust. Die Motivation ist auf dem Nullpunkt. Trotzdem schieben sich die meisten kurz darauf aus den Federn, schlurfen schlaftrunken in die Küche und kochen sich einen Kaffee. Warum eigentlich?
Hinter jedem Tun steckt ein Motiv. Der Begriff „Motiv“ stammt aus dem Lateinischen von „movere“ für „bewegen“. Ein Motiv versetzt uns in Bewegung und stachelt zum Handeln an. Oft gibt es nicht nur eine solche Triebfeder, sondern mehrere. Motivation ist die Gesamtheit der Motive, die einer Handlung zugrunde liegen. Und die treibende Kraft, die Menschen zu zielgerichtetem Verhalten veranlasst.

Motor des Handelns

Was die menschlichen Motive kennzeichnet, haben Psychologen in verschiedenen Motivationstheorien beschrieben. Grundlage der meisten dieser Theorien ist die Annahme, dass Motivation im Streben nach erwünschten und im Vermeiden von nicht wünschenswerten Zuständen besteht.
Bei diesen Zielen handelt es sich im simpelsten Fall um das Befriedigen überlebenswichtiger physiologischer Bedürfnisse. Also darum, Hunger und Durst zu stillen, sich bei Kälte zu wärmen, bei Hitze abzukühlen - und um die Fortpflanzung, die weniger für den Erhalt des Individuums, wohl aber für den der Art unabdingbar ist.
„Neugeborene lächeln, wenn ihnen ein Wattestäbchen mit Zuckerlösung in den Mund gesteckt wird und verlangen mehr“, erklärt Neurologe Markus Ullsperger von der Radboud-Universität Nijmegen. Die Zuckerlösung ist ein Reiz, der den Wunsch nach Befriedigung des Appetits aktiviert oder verstärkt, ebenso wie Essensgeruch, und so eine bestimmte Verhaltensweise, in diesem Fall etwas zu essen, wahrscheinlicher macht. Objekte, die überlebenswichtige primäre Bedürfnisse befriedigen, wie Nahrung, wirken von Geburt an und werden deshalb als primäre Verstärker bezeichnet.
Die motivierenden Ziele können aber auch erworben worden sein, wie etwa der Wunsch abzunehmen oder das Streben nach Geld oder Besitz. Die angestrebten Objekte - etwa ein Geldkoffer oder eine schnittige Motoryacht - werden sekundäre Verstärker genannt. Sie sind zunächst völlig neutral, bis gelernt wird, dass sie zur Befriedigung primärer Bedürfnisse herangezogen werden können. Wird diese Art des Lernens positiv genutzt, kann man Verhalten auch beeinflussen, und zum Beispiel Morgenmuffel dazu bringen, gern zur Schule zu gehen, weil sie wissen, dass sie ihnen gut tut.

Das Wichtigste in Kürze

  • Grundlage der Motivation ist das Streben nach erwünschten und das Vermeiden von unerwünschten Zuständen.
  • Manche Motive wie Essen oder Fortpflanzung sind angeboren, andere erlernt, etwa der Drang nach Geld oder Besitz.
  • Grundlage unserer Motivation ist die Aktivität des Belohungssystems und die Ausschüttung von Dopamin.
  • Sind Motive positiv besetzt, springt unser Belohnungssystem schon in der Erwartung ihrer an.
  • Die neuronalen Mechanismen der Motivation können auch zur Sucht führen.

Ich will, was du nicht willst

Was uns motiviert, ist von Mensch zu Mensch teilweise unterschiedlich. Der Psychologe Steven Reiss von der Ohio State University befragte über 7.000 Personen nach ihren Motiven und stellte dabei fest, dass zwar alle dieselben grundlegenden Motive haben (nach Reiss sind es 16 an der Zahl), dass jedoch die Stärke dieser Motive individuell variiert. Das heißt, jeder Einzelne gewichtet Ziele wie das Streben nach Ehre, Gerechtigkeit und Macht unterschiedlich. Auch die Frustrationstoleranz bei Misserfolgen etwa ist bei jedem Menschen anders. Sie zu überwinden, kann auch eine Motivation werden, etwa bei Leistungssportlern.
Die US-Psychologen John Barbuto und Richard Scholl unterteilen die Motive nach ihrem Ursprung in extrinsische und intrinsische. Intrinsisch motiviert sind Handlungen, die wir um ihrer selbst Willen oder aufgrund unserer persönlichen Vorstellungen und Maßstäbe ausführen. So musiziert die Pianistin aus bloßer Freude an der Musik, der Skifahrer rast die Piste hinunter, weil es ihm Spaß macht, oder jemand wird aus innerer Überzeugung Mitglied einer Gewerkschaft.
Dem gegenüber ist extrinsisch motiviert, wer sich bei seinen Handlungen von äußeren Umständen und Anreizen leiten lässt. Also beispielsweise einen Beruf nur aufgrund der Bezahlung annimmt oder ein Musikinstrument nur deshalb übt, weil er auf eine Orchesterkarriere hofft. Auch Normen und Rollenbilder führen oft zu extrinsisch motiviertem Verhalten. Manche Brautpaare entscheiden sich für eine Trauung mit weißem Brautkleid und Trauringen nur deshalb, weil dies in unserem Kulturkreis den konventionellen Vorstellungen von einer schönen Hochzeit entspricht.


Motivator Nummer 1 – Überleben und Reproduktion!

Für Evolutionsbiologen greift das bisher beschriebene Verständnis von Motivation allerdings zu kurz. Sie stellen die Triebfedern menschlichen Handelns in den übergeordneten Kontext der Darwinschen Evolutionstheorie: Letztendlich ist das biologische Ziel aller Lebewesen, zu überleben und sich zu reproduzieren.

Steinzeitmenschen mussten Feinde in die Flucht schlagen und sich gegen die Unbilden der Natur wappnen. Sie mussten essen, damit sie nicht verhungerten und sich im Winter um ein Lagerfeuer scharen, um nicht zu erfrieren. Diese und die meisten anderen Verhaltensweisen des Menschen werden zwar durch viele Einzelmotive angetrieben. Für Evolutionsbiologen steht aber letztlich das biologische Ziel des Überlebens und der Fortpflanzung dahinter. Um dies zu verdeutlichen, wird oft das Beispiel der Nahrungsaufnahme herangezogen.

Die Lust am Essen

Das Essverhalten folgt einem komplexen Wechselspiel zwischen Verdauungsorganen und Gehirn. Der Hypothalamus und die Medulla oblongata, die direkt über dem Halsende liegende Region des Stammhirns, empfangen neuronale und hormonelle Signale aus dem Magen-Darm-Trakt und erfahren so den Grad der Sättigung. Diese Informationen werden von den beiden für die Regulation von Nahrungsaufnahme und Energiehaushalt der Nahrungsregulation wichtigen Hirnstrukturen verarbeitet: Bei Hunger wird der Stoffwechsel in einen energiesparenden Modus gebracht; bei Sättigung stehen die Zeichen auf Verbrauch.
Das alleine bestimmt jedoch nicht, ob wir uns den Bauch vollschlagen oder ein Menü verschmähen. Alle durch ein Essen hervorgerufenen Sinneswahrnehmungen - vom Geruch bis zum Anblick der Nahrung - werden in Form ihrer elektrischen Signale an einen viszeraler sensorischer Cortex genannten Bereich der Hirnrinde weitergegeben. Dort werden beispielsweise der Geschmack im Mund und das Völlegefühl des Magens räumlich getrennt verarbeitet. Der viszerale sensorische Cortex wiederum ist eng mit dem Belohnungssystem im Gehirn verschaltet. Dieses spielt für motiviertes Verhalten generell eine zentrale Rolle – und damit auch für das Essen. Denn erst das Belohnungssystem beschert uns die Wonne am guten Geschmack, ebenso wie die Zufriedenheit, die sowohl das bloße Stillen des Hungers als auch ein Dinner in angenehmer Runde bereitet.
Der Quell der Freude setzt sich als Motiv fest: „Wenn ich in der Wüste zu verdursten drohe, trinke ich das scheußlichste Wasser gerne und suche diese Pfütze immer wieder auf, um meinen Durst zu löschen und zu überleben“, erklärt der Neurologe Niels Birbaumer von der Uni Tübingen. „Wenn mir das Essen in einem Restaurant exzellent schmeckt, gehe ich aufgrund dieses einmaligen Geschmackserlebnisses wieder und wieder dorthin.“ Viele Wege führen zu positiven Gefühlen wie Freude oder Zufriedenheit und werden so zu einer Motivation. Die gemeinsame Endstrecke ist dabei jedoch stets das Anspringen des Belohnungssystems.

Am Ende winkt der Lohn

Ob Lottogewinn, Sahnetorte oder Yoga – wenn wir uns nach bestimmten Dingen oder Zuständen sehnen, ist immer das Belohnungssystem mit von der Partie. Hirnscans zufolge hat es seinen Sitz im Mittelhirn sowie in einem innen liegenden Teil des Großhirns, dem Striatum. Besonders gut verstanden ist dabei das dopaminerge System als Bestandteil des Belohnungssystems. Bei unerwarteter Freude feuern die dopaminergen Neuronen salvenartig (burst firing) und schütten den Botenstoff Dopamin aus. Von diesem Zeitpunkt an springen dopaminerge Neuronen in Erwartung desselben Ereignisses immer wieder an. „Auf diese Weise treibt uns das dopaminerge System wieder und wieder zu den Orten hin, an denen wir schon einmal eine Belohnung in Form von Freude bekommen haben“, resümiert Birbaumer.
Dopamin ist allerdings nicht der einzige Botenstoff im Gehirn, der mit Motivation in Verbindung gebracht wird. Birbaumer unterscheidet das Phänomen des „Wollens“ von jenem des „Mögens“. Während das „Wollen“ über Dopamin vermittelt wird, gehen er und andere Forscher davon aus, dass das „Mögen“ über andere Botenstoffe - insbesondere Opiate und Endocannabinoide - hervorgerufen wird. Als Beispiele für „Mögen“ nennt Birbaumer den ästhetischen Genuss beim Betrachten eines schönen Bildes oder eines Sonnenuntergangs. Beides suchen die meisten Menschen nicht gezielt auf. Die Freude überkommt einen beim Betrachten unerwartet. Passionierte Galeriebesucher hingegen streben gerade nach diesen Momenten der Erbauung. Bei ihnen dürfte das Mögen in ein Wollen übergegangen sein und Dopamin in Erwartung neuer Gemälde in ihrem Gehirn anfluten.

Geld, Macht und Erotik

Mit Hilfe von bildgebenden Verfahren wurde inzwischen in zahlreichen neurowissenschaftlichen Studien untersucht, was uns motiviert und wo die Motivation im Gehirn zu verorten ist. Geld, die Aussicht auf Gewinn, erotische Fotos und attraktive Gesichter, aber auch wohlschmeckende Fruchtsäfte und soziale Anerkennung aktivieren in Gehirnscans stets das Belohnungssystem. Abhängig vom dargebotenen Reiz treten dabei aber subtile Unterschiede auf. Beispielsweise entdeckten der Neurowissenschaftler Jean-Claude Dreher und seine Kollegen vom Institut des Sciences Cognitives im französichen Bron 2010, dass der zum Vorderhirn gehörende orbitofrontale Cortex (OFC) unterschiedlich auf Bikinifotos und Geld anspricht. Erotische Reize aktivieren vor allem den hinteren Teil dieses Hirnareals – den so genannten posterioren lateralen OFC.
Dass dieser entwicklungsgeschichtlich recht alte Bereich des orbitofrontalen Cortex in diesem Fall reagiert, erklärt Jean-Claude Dreher damit, dass schon unsere vor hunderttausenden Jahren lebenden Vorfahren beim Anblick eines attraktiven, sexy Gegenübers freudig und motiviert reagierten. Oder, wie Evolutionsbiologen sagen würden, reagieren mussten – um das Überleben der Art zu sichern.
Der vorne, nahe der Augen liegende Teil des OFC – der anteriore laterale OFC - wird hingegen bei Aussicht auf finanziellen Gewinn aktiviert. Verglichen mit dem posterioren Teil ist er entwicklungsgeschichtlich relativ jung, was darauf hinweisen könnte, dass die Motivation durch sekundäre Verstärker wie Geld erst in jüngerer Zeit entstanden ist.
Eine weitere Erkenntnis der neurowissenschaftlichen Forschung lautet: Schon eine bloße Neuheit – etwas vorher noch nicht da Gewesenes, wie ein unbekanntes Bild – führt zu einer Aktivierung des Belohnungssystem. Dies belegt neurobiologisch, was Psychologen schon vielfach nachgewiesen haben: Neugier ist eine starke Motivation und eine der wichtigsten Triebfedern des menschlichen Verhaltens.

Gefährlich aufgeputscht

Manche Motive können auch zu Aktivitäten anstacheln, die der Gesundheit und dem Wohlbefinden schaden. Das ist etwa bei einer Sucht der Fall.  Sucht – Motivation zu schlechten Zielen Alle Drogen beschreiten im Gehirn dieselbe Endstrecke: In Erwartung von Kokain, Nikotin oder Alkohol wird massiv Dopamin im Belohnungszentrum freigesetzt. Süchtige leiden zugleich erwiesenermaßen unter einem Belohnungsdefizit. „Sie sind deshalb besonders empfänglich für den Drogenkick“, glaubt Christian Büchel vom Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf. Der Sucht liegt also gewissermaßen eine Schieflage des Motivationssystems im Kopf zu Grunde. Aber Hand aufs Herz: So manch einem hilft morgens erst die Aussicht auf einen starken Kaffee aus dem Bett. Und mit Koffein im Blut fällt es schon viel leichter, sich für den Tag zu motivieren.

"Triebfedern des Tuns" von Susanne Donner - gefunden im Internet auf www.dasGehirn.info – ein Projekt der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung, der Neurowissenschaftlichen Gesellschaft e. V. in Zusammenarbeit mit dem ZKM | Zentrum für Kunst und Medientechnologie Karlsruhe.

zeitlos
Die Wissenschaft der Gedankenführung - Nutze die Kraft deiner Gedanken.

Sonntag, 19. Januar 2014

Mentalisten: "Ich kann so denken wie du"

Mentalisten sind Unterhaltungskünstler, die ihr Publikum unter Anderem durch das Lesen von Gedanken unterhalten. Dabei verwenden diese Gedankenleser bestimmte Suggestionstechniken, um ihr Publikum in die Irre zu leiten. Seit es Menschen gibt, gibt es auch die Kunst des Täuschens. Doch Gedankenlesen ist mehr, Gedankenlesen ist eine Kunst.


Was geht bloß in dessen Kopf vor? Könnte ich nur sehen, was hinter seiner Stirn vor sich geht. Könnte ich nur seine Gedanken lesen. Seine Gedanken lesen - gar nicht so abwägig. Im Prinzip ist das durchaus möglich. Sie müssen insbesondere Lernen, sämtliche Signale des Gegenübers zu registrieren und richtig zu deuten.

Gedankenleser
Werbeplakat für die Darbietung eines Gedankenlesers, um 1900

Letztlich sind wir alle mehr oder weniger gute Mentalisten. Die Gedanken des Gegenübers richtig zu deuten gehört zu den wichtigsten menschlichen Fähigkeiten. So sind wir stets bemüht, die Absichten und Motive des Anderen richtig zu deuten, um angemessen darauf reagieren zu können. Somit ist das Gedankenlesen ein ganz elementarer Bestandteil der emotionalen Intelligenz.

Sind Sie im Gedankenlesen nicht geübt genug, so führt dies unweigerlich zu Missverständnissen und Konflikten. Deshalb ist es so wichtig, die entscheidenden Signale des Gegenübers zu registrieren und richtig einzuordnen. Das Gegenüber kommuniziert immer, ob verbal oder nonverbal.

"Man kann nicht nicht kommunizieren."
- Paul Watzlawick -

Es gibt Menschen, die das Entschlüsseln der bewussten und unbewussten Signale eines Menschen zu einer wahren Kunstform erhoben haben: die Mentalisten. „Ein Mentalist ist jemand, der mit Gedankentricks arbeitet. Er nutzt verbale und non-verbale Kommunikation, Zauberkunst, Psychologie und Gedankenmanipulation. Gedankenlesen ist eine Mixtur aus diesen Dingen – weder übernatürlich noch übersinnlich.“, so der amerikanische Mentalist Steven Banachek.

Der in Großbritannien derzeit populärste Mentalist Derren Brown bestätigt die Aussage von Steven Banachek, der als Ausbilder unzähliger Mentalisten gilt: „Mein Programm vereint Zauberkunst, Suggestion, Psychologie, Aufmerksamkeitslenkung und Präsentation. Ich führe die Menschen durch eine Mixtur all dieser Techniken."

Es gab bereits einen Post zu diesem Thema auf diesem Blog: "Wer weiß, was du denkst?"

Es gibt übrigens auch eine Fernsehserie zum Thema: The Mentalist, in der ein Mentalist mit seinen Fähigkeiten der Polizei beim Aufklären von Mordfällen hilft.

nutze es
gedankenführung.info


Donnerstag, 28. November 2013

Ich lerne, weil ich schlafe

Tagsüber pauken wir Vokabeln oder üben ein Klavierstück. Die darauf folgende Nacht entscheidet darüber, ob wir das Erlernte auch im Kopf behalten: Die richtige Form des Schlafs gibt dabei den Ausschlag. Das zeigen Forschungsergebnisse immer deutlicher.


viel geschlafen und viel gelernt
Ich muss nur das Chemiebuch unter das Kopfkissen legen, und wenn mich der Lehrer morgen in der Schulstunde fragt, dann beherrsche ich das Periodensystem perfekt. Als Kinder haben wir solche Mythen geglaubt – heute dagegen wissen wir, dass man nicht im Schlaf lernen kann. Oder doch? Natürlich müssen wir das Lehrbuch unter dem Kopfkissen hervorholen und darin lesen, von allein wandern die Informationen nicht in unser Gehirn. Aber damit das Wissen auch im Kopf bleibt, dafür ist der richtige Schlaf entscheidend. Das haben zahlreiche Experimente von Hirnforschern in den letzten Jahrzehnten gezeigt.

  • Studien zeigen, dass der Schlaf wesentlich dafür ist, dass sich das Gedächtnis bildet.
  • Im Schlaf zeigen sich dieselben Netzwerkaktivitäten im Gehirn wie während des Lernens am Tage. Forscher vermuten, dass sich durch eine solche Wiederholung die Erinnerung konsolidiert.
  • Für das deklarative Gedächtnis sind vor allem die Tiefschlafphasen wichtig. Handlungsabläufe und emotionale Ereignisse dagegen bearbeitet das Gehirn vor allem in den Traumschlafphasen.
  • Ohne den richtigen Schlaf kann sich ein Mensch emotionale Ereignisse nicht so gut merken. Forscher hoffen deshalb, traumatisierte Patienten behandeln zu können, indem sie unmittelbar nach den Erlebnissen den Schlaf entziehen.

Anschaulich wird dieser Effekt etwa bei einem Versuch, den Ines Wilhelm und Susanne Diekelmann im Jahr 2010 durchführten. Die Psychologinnen forschten damals bei einem der wichtigsten deutschen Schlafforscher, Jan Born, der kürzlich von der Uni Lübeck an die Uni Tübingen wechselte. Bei dem Experiment sollten Studenten Wortpaare lernen: zu Quadrat gehört Kreis, zu Flasche gehört Geist und so weiter. Anschließend sagten ihnen die Wissenschaftler, dass diese Wortpaare anderntags abgefragt würden. Eine Gruppe durfte schlafen, die andere nicht. Am nächsten Tag konnten sich die ausgeschlafenen Studenten wesentlich besser an die Wortkombinationen erinnern als die mit der durchwachten Nacht. Ähnliche Studien gibt es viele. Sie alle kommen zu dem Ergebnis, dass während des Schlafs etwas passiert, dass das Erinnerungsvermögen stärkt.
Doch warum ist das so? Einen Hinweis geben die Experimente der beiden Psychologinnen, denn sie testeten noch weitere Gruppen von Studenten nach demselben Schema, mit einer entscheidenden Abweichung: Die Probanden sollten zwar auch lernen, man verriet ihnen aber anschließend nicht, dass sie die Wortpaare am nächsten Tag wissen mussten. Vielmehr dachten sie, es stünde ein komplett anderer Test auf dem Programm. Das Ergebnis: Die Probanden konnten sich schlecht an die Wortpaare erinnern – auch diejenigen, die ausreichend  geschlafen hatten. Was war passiert? Die Studenten hatten sich mit dem gleichen Engagement die Wörter eingeprägt, also kamen wohl in ihren Gehirnen die gleichen Informationen an. Danach kamen sie in den Genuss von Schlaf, der doch für gutes Erinnern so wichtig ist. Dennoch versagten sie am nächsten Morgen. Der Unterschied allein war, dass sie davon ausgingen, sie brauchten das Gelernte nicht mehr. „Das ist möglicherweise die wichtigste Funktion des Schlafes“, sagt Susanne Diekelmann. „Wir treffen von all dem Input des Tages eine Auswahl: Das Wichtige wird ins Langzeitgedächtnis übertragen, das Unwichtige nicht.“

Spezialisierte Zellen rekapitulieren die Informationen des Tages

Mittlerweile haben Forscher eine Vorstellung davon, welche Prozesse dabei im Gehirn ablaufen. Am besten untersucht ist das so genannte deklarative Gedächtnis. Damit beschreiben die Wissenschaftler die Fähigkeit, sich Fakten zu merken, etwa die Wortpaare aus dem oben genannten Experiment. Für diese Form von Gedächtnis gelang den US-Forschern Matthew Wilson und Bruce McNaughton bereits in den 1990er Jahren ein Durchbruch. Sie ließen Ratten eine neue Umgebung – etwa ein Labyrinth – erkunden. Dabei zeigen, das war bereits bekannt, einige Nervenzellen im Hippocampus eine auffällige Aktivität. Die Zellen heißen ‘place cells’, denn mit ihrer Hilfe wird eine Art Landkarte im Gehirn gespeichert. Die beiden Forscher konnten für einen Weg, den eine Ratte im Labyrinth ging, ein Aktivitätsmuster dieser besonderen Zellen aufzeichnen. Und genau dieses Muster fanden die Forscher wieder, während die Ratten schliefen. Die place cells rekapitulierten also in der Nacht die Informationen von den Orten, die am Tag besucht worden waren.
Dieses Phänomen haben zahlreiche Forscher inzwischen auch bei anderen Formen der Erinnerung wiedergefunden: Netzwerkaktivitäten, die während des Lernens sichtbar sind, treten in ähnlicher Form beim Schlafen auf. Viele Wissenschaftler vermuten, dass über den Mechanismus ein am Tag erlebtes Ereignis erst konsolidiert und dann ins Langzeitgedächtnis übertragen wird. Besonders beim deklarativen Lernen scheint dabei der Hippocampus eine wichtige Rolle zu spielen. „Man kann sich diese Hirnregion wie einen Zwischenspeicher vorstellen“, sagt Susanne Diekelmann. „Wenn wir etwa Vokabeln lernen, dann sind viele verschiedene Bereiche des Neocortex aktiv. Bis wir schlafen, merkt sich der Hippocampus, dass diese Einzelteile zusammengehören. In der Nacht dann löst die Hirnregion die gleichen Cortex-Aktivitäten aus. Vermutlich werden dort erst die Einzelinformationen als eine zusammenhängende Episode abgespeichert.“

Traum und Gedächtnis

Viele Wissenschaftler vermuten mittlerweile, dass im Schlaf die Ereignisse des Tages im Gehirn rekapituliert werden und auf diese Weise das Gedächtnis gebildet wird. Wer zum ersten Mal von dieser Theorie hört, der könnte denken: Aha, das erklärt auch, warum wir träumen. Wir bekommen einfach während des Schlafes mit, dass wir das zuvor Erlebte im Geiste wiederholen. Doch so einfach ist es wohl nicht. „Ob Träumen etwas mit der Gedächtnisbildung zu tun hat, ist schwierig zu sagen, da scheiden sich die Geister“, so Susanne Diekelmann. Dagegen spricht, dass – zumindest für das deklarative Gedächtnis – diese Rekapitulation ausgerechnet in der Schlafphase stattfindet, in der wir am wenigsten träumen: im Tiefschlaf. Dann kann man die Aktivitäten des Hippocampus sogar im Elektroenzephalogramm (EEG) messen: Bestimmte Muster, so genannte ‘sharp wave ripples’, gehen in der Schlafphase von dieser Hirnstruktur aus.
Welchen Einfluss die Schlafphasen auf das Lernen haben, zeigt eine Studie, die Jan Born bereits 1997 durchführte. Dabei untersuchte er die Schlafphasen bewusst nicht einzeln. Schließlich bedeutet es für die Probanden großen Stress, ständig aufgeweckt zu werden – eine Tatsache, die sich auch sehr schlecht aufs Lernen auswirkt. Stattdessen ließ er eine Gruppe – die Frühschläfer – von 23 Uhr an drei Stunden schlummern und weckte sie dann auf. Die andere Gruppe – die Spätschläfer – durfte erst von drei Uhr an nächtigen und wurde um sechs Uhr geweckt. Durch diesen Versuchsaufbau konnte Jan Born den Effekt der Schlafphasen auf das Lernen eingrenzen. In den drei Stunden hatten zwar beide Versuchsgruppen den natürlichen Wechsel der Schlafphasen. Die Frühschläfer erlebten dabei aber – das konnten die Forscher im EEG kontrollieren – vor allem Tiefschlafphasen. Bei den Spätschläfern dagegen dominierte der Traumschlaf. Ihn bezeichnet man auch als REM-Schlaf, da sich dabei die Augen schnell hin und her bewegen (Engl. Rapid Eye Movement, REM).
Testete man das deklarative Gedächtnis, dann schnitten die Frühschläfer sehr viel besser ab als die Spätschläfer – ein Ergebnis, das zu den oben genannten neurophysiologischen Messungen passt: Faktenwissen wird wohl vor allem in Tiefschlafphasen konsolidiert. Anders sieht die Sache bei dem so genannten prozeduralen Gedächtnis aus, das für das Erlernen von automatisierten Handlungsabläufen wie Klavierspielen wichtig ist. Hier waren die Spätschläfer sehr viel erfolgreicher. Bei dieser Lernform sind also wohl vor allem die REM-Phasen wichtig.
Wie schon erwähnt, erlebten bei dem Versuchsaufbau alle Probanden den natürlichen Wechsel der Schlafphasen. Wie sich später herausstellte, könnte das wesentlich gewesen sein: Susanne Diekelmann und Jan Born haben 2010 in einem Übersichtsartikel viele Studienergebnisse zusammengetragen und kommen zu der Vermutung, dass das Gedächtnis gerade durch den Wechsel der Schlafphasen gebildet wird.

Emotionen setzen sich während der REM-Phase fest

Bei den bereits genannten Experimenten achteten die Forscher jeweils darauf, möglichst wenige Emotionen bei den Lernenden auszulösen, denn diese machen die Situation komplizierter: Schließlich sind dann sehr viel mehr Hirnbereiche einbezogen. Auf der anderen Seite weiß man aber, dass Gefühle unser Gedächtnis ganz wesentlich beeinflussen. Eine Geschichte etwa, die unser Herz anrührt, brauchen wir nur einmal zu lesen und schon haben wir sie uns gemerkt. Eine Gebrauchsanweisung dagegen, die keine Gefühle bei uns auslöst, müssen wir jedes Mal wieder herausholen, wenn wir etwa den DVD-Player programmieren wollen.
In einer Studie von 2001 testete das Team um Jan Born daher, wie der Schlaf sich auf emotionale Erinnerungen auswirkt. Probanden bekamen zutiefst aufwühlende Texte zu lesen, etwa die minutiöse Schilderung eines Kindsmordes. Wieder durften manche Versuchsteilnehmer ab 23 Uhr für drei Stunden schlafen, andere erst in den Morgenstunden. Eine dritte Gruppe musste die gesamte Nacht durchwachen. Letztere konnte sich anderntags kaum erinnern, den Frühschläfern gelang das ein wenig besser. Mit Abstand am besten schnitten die Spätschläfer ab, die also vor allem in den Genuss des Traumschlafes gekommen waren. Sie wussten noch viele Details der fürchterlichen Geschichten – sogar noch vier Jahre später. Emotionale Erlebnisse – das bestätigten spätere Studien – werden im Wesentlichen während der REM-Phasen konsolidiert und ins Gedächtnis übertragen.
Ein Ergebnis, das übrigens vollkommen gegen eine Theorie von Sigmund Freud spricht. Der Begründer der Psychoanalyse glaubte, dass Träume eine reinigende Wirkung haben, sich also Wut, Angst und Sorgen in der Nacht verflüchtigen. Diese Idee ist auch in der Küchenpsychologie weit verbreitet: „Schlaf mal drüber, danach sieht die Welt viel besser aus!“, ist ein wohl gemeinter Rat. Aber nicht immer ein guter, zumindest nicht direkt in der Nacht nach einem möglicherweise schlimmen oder gar traumatischen Erlebnis. Heute diskutieren Psychologen und Neurowissenschaftler, ob sich nicht erst im Schlaf hoch emotionale Erlebnisse im Kopf festsetzen. Eine Erkenntnis, die möglicherweise auch Menschen helfen könnte, die Schreckliches durchleiden mussten: Vielleicht können sie damit besser umgehen, wenn sie in der Folgenacht nicht schlafen – so zumindest die Theorie mancher Forscher.
Ob wir es nun wie im Falle des Paukens begrüßen oder im Falle von schlimmen Erlebnissen verfluchen mögen: Die Nachtruhe kann unser Erinnerungsvermögen schärfen. Im Schlaf zu lernen, ist also in einem ganz wörtlichen Sinne durchaus möglich.


Donnerstag, 12. September 2013

Das trügerische Gehirn

Wie wir sehen, was nicht ist - Was wir wahrnehmen, erscheint uns als Wirklichkeit. Tatsächlich ist unser Bild der Welt subjektiv, lückenhaft, trügerisch und zerbrechlich. Zaubertricks, Sinnestäuschungen und so erstaunliche Phänomene wie Synästhesie machen das deutlich.


Es ist im wahrsten Sinne des Wortes ein alter Hut – und nichtsdestotrotz immer wieder aufs Neue verblüffend. Ich habe doch genau gesehen, dass der Zylinder eben noch leer war. Jetzt lugt da plötzlich ein Kaninchen putzmunter über die Krempe. Und – Simsalabim – schaut noch ein zweites hervor. Wie hat der Zauberer die da nur hineinbekommen? Es muss direkt vor meinen Augen passiert sein. Und vor denen von mindestens hundert anderen Zuschauern. Aber keiner hat etwas bemerkt. Also doch Zauberei? Nein. Magier wissen nur sehr genau um die Schwächen und Eigenheiten der menschlichen Wahrnehmung, und nutzen diese geschickt aus, um ihr Publikum zu täuschen.

Ihr wichtigstes Instrument ist dabei die Aufmerksamkeit. Denn wir nehmen vor allem die Dinge bewusst wahr, auf die sich unsere Aufmerksamkeit richtet. Wie ein Scheinwerfer erhellt sie manches in unserer Umwelt und folgt dort den Ereignissen. Doch dabei kann auch einiges im Dunkeln bleiben. In diesem Dunkel agieren Zauberer. Sie lenken die Aufmerksamkeit gezielt in eine bestimmte Richtung – die falsche – mit der Folge, dass uns an anderer Stelle das – eigentlich wichtige– Geschehen entgeht. Wie genau dies funktioniert, erklärt Thomas Fraps. Fraps ist nicht nur professioneller Zauberkünstler, sondern auch diplomierter Physiker und Experte für Wahrnehmungspsychologie. Das macht ihn auch für die Hirnforschung zu einem interessanten Mann. 2009 waren auf dem Jahreskongress der amerikanischen Society for Neuroscience erstmals auch Magier eingeladen. Dies zeigt, dass die Neurowissenschaften inzwischen erkannt haben, wie wertvoll deren Tricks und Methoden sind, um Wahrnehmungsprozesse und die dahinterstehenden neuronalen Mechanismen besser zu verstehen. Denn fest steht: Zauberer täuschen nicht die Augen, sie täuschen das Gehirn. Erst dort wird aus dem Input von den Sinnesorganen eine Wahrnehmung. Doch was nehmen wir überhaupt wahr? In jedem Fall kein Eins-zu-eins-Abbild der Realität. Denn die gesamte Flut an Informationen, die permanent über das ganze Sinnessystem einströmt, zu verarbeiten, würde die Kapazitäten des Gehirns bei Weitem überfordern. Um den Überblick zu behalten, muss das Gehirn deshalb eine Auswahl treffen, das Wichtige vom Unwichtigen trennen. Genau das macht die Aufmerksamkeit.

Wahrnehmung beinhaltet also nicht nur die Aufnahme, sondern auch die Selektion, Verarbeitung und Interpretation von sensorischen Informationen. Allerdings sind die Daten von den verschiedenen Sinnessystemen nicht selten widersprüchlich oder unvollständig. Wie solche multisensorischen Sinnesinformationen integriert und verarbeitet werden, erforscht Marc Ernst am Institut für kongnitive Neurowissenschaften in Bielefeld. In seinen Virtual-Reality-Experimenten versucht er, die Wahrnehmung gezielt hinters Licht zu führen, indem er Konflikte zwischen den Sinnessystemen schafft. Quintessenz der Versuche: Das Gehirn erliegt bestimmten Täuschungen, weil es unzureichende, sensorische Daten unter Rückgriff auf Vorwissen und Erfahrungswerte zum plausibelsten Gesamtbild ergänzt.

Eine schlüssige, anschauliche Repräsentation der Umwelt und des eigenen Körpers zu schaffen – dies steht am Ende des Wahrnehmungsprozesses. Er ermöglicht es dem Menschen, sich in einer höchst komplexen Umgebung zurechtzufinden, sinnvoll zu handeln, ein mentales Modell der Welt aufzubauen und planerisch zu denken. Um ein realistisches Abbild der Wirklichkeit handelt es sich dabei nicht. Weil das, wie gesagt, die Kapazitäten des Gehirns überfordern würde, und weil es das auch gar nicht braucht. Entscheidend ist, dass die Informationsschnipsel von den Sinnessystemen zu einem subjektiv sinnvollen Gesamteindruck zusammengeführt werden.

Warum subjektiv? Weil das, was wir bewusst wahrnehmen, Ergebnis eines größtenteils unbewusst ablaufenden Verarbeitungsprozesses ist, in den neben Sinnesdaten auch Emotionen, Erinnerungen, persönliche Erfahrungen und bereits gespeicherte Vorstellungen einfließen. Also Aspekte, die individuell unterschiedlich sind. Die Binsenweisheit, dass jeder Mensch die Welt mit eigenen Augen sieht, trifft also zu. Noch richtiger wäre zu sagen: Jeder Mensch nimmt seine eigene Welt wahr.

Wie schnell diese Welt eine ganz andere werden kann, macht das Phänomen des Neglect deutlich. Es tritt bei rund einem Viertel aller Patienten mit Schlaganfällen in der rechten Hirnhälfte auf und führt dazu, dass die Betroffenen die linke Seite ihres Körpers und ihres Wahrnehmungsraumes ignorieren. Untersuchungen mit bildgebenden Verfahren könnten nachweisen, dass Sinnesreize auf der vernachlässigten Körperseite vom Gehirn zwar noch registriert werden, zumindest auf der Stufe der primären sensorischen Verarbeitungszentren. Doch der Input gelangt nicht mehr ins Bewusstsein der Betroffenen. Die Hirnforschung ist sich inzwischen weitgehend einig, dass es sich beim Neglect um eine Störung der Aufmerksamkeit handelt, die glücklicherweise in den meisten Fällen nur vorübergehend ist.

Aber wie wird die Ausrichtung der Aufmerksamkeit vom Gehirn gesteuert? Welche Hirnregionen sind an Wahrnehmungsprozessen überhaupt beteiligt? Und welche Aufgaben haben sie dabei? Nicht nur Neglect-Patienten helfen der Hirnforschung, diese Fragen zu beantworten. Sondern auch sehr vergnüglichere Beispiele dafür, wie trügerisch unsere Wahrnehmung sein kann: die optischen Illusionen. Wahrnehmungsforscher David Eagleman bezeichnet sie als „Fenster in die Welt des Sehens.“ Ein Fenster, durch das inzwischen viele Neurowissenschaftler schauen, um herauszufinden, wie die visuelle Wahrnehmung funktioniert.

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Die waagerechten Linien sind exakt parallel.
File:Zollner illusion.svg
Die diagonalen Linien erscheinen gekrümmt, aber tatsächlich sind sie gerade und parallel.

Doch nicht nur das wichtigste Sinnessystem des Menschen, der Sehsinn, ist anfällig für Täuschungen. Auch die Geschmackswahrnehmung kann in die Irre geführt werden. So lässt die afrikanische Wunderbeere Saures süß schmecken. Noch interessanter – vor allem für die Pharmaindustrie – sind so genannte Bitterblocker. Mit diesen molekularen Geschmacksverdrehern soll die starke Bitterkeit mancher Medikamente nicht mehr wahrnehmbar gemacht werden. Für die Wissenschaft sind solche Substanzen allerdings in erster Linie Werkzeuge, um die Geheimnisse des Geschmackssinns zu entschlüsseln.

Eine außergewöhnlich reiche Wahrnehmungswelt hat Uta Jürgens, Psychologin und Doktorandin am MPI für Hirnforschung in Frankfurt. Liest sie ein Buch oder eine Zeitung, sieht sie die Buchstaben nicht so wie sie sind – schwarz auf weiß – sondern in bestimmten Farben. Und genauso gibt es Personen, die, wenn sie Musik hören, die Töne sehen oder sogar schmecken. Synästhesie heißt dieses Phänomen, bei dem zwei oder sogar drei Sinnesempfindungen miteinander gekoppelt sind. Manche Experten schätzen, dass bis zu vier Prozent aller Menschen Synästhetiker sein könnten. Was in ihrem Gehirn anders läuft, wird von Neurowissenschaftlern seit einigen Jahren intensiv untersucht. Noch sind die Erklärungsmodelle hypothetisch. Doch fest steht: Genau wie Neglect-Patienten, visuelle Illusionen und die Tricks von Zauberkünstlern sind Synästhetiker ein wertvolles Instrument, um die menschliche Wahrnehmung besser zu verstehen.


"Die trügerische Welt im Kopf" von Ulrich Kraft - gefunden im Internet auf www.dasGehirn.info – ein Projekt der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung, der Neurowissenschaftlichen Gesellschaft e. V. in Zusammenarbeit mit dem ZKM | Zentrum für Kunst und Medientechnologie Karlsruhe.

Mittwoch, 7. August 2013

Kreative Intelligenz

Innovative Ideen erfordern heute ein enorm hohes Maß an Kreativität. Während in vergangenen Zeiten insbesondere Rohstoffe und körperliche Arbeitskraft gefragt waren, sind es heute in einem immer zunehmenderem Maße nützliche und vor allem originelle Ideen.


Dies haben auch Unternehmen und Großkonzerne wie etwa Google und Apple erkannt und begeben sich gezielt auf die Suche nach kreativen Köpfen, die innovative Ideen beherbergen. Für die Wirtschaft gelten diese Menschen als sehr wertvolles Kapital. So beklagte etwa eine der führenden Ölgesellschaften in den Vereinigten Staaten von Amerika, dass es einigen Mitarbeitern im Bereich der Forschung und Entwicklung ganz offensichtlich an der erforderlichen Kreativität mangele. Daraufhin setzte die Firmenleitung ein Team von Psychologen ein mit dem konkreten Auftrag herauszufinden, was die kreativen Mitarbeiter von den unkreativeren Mitarbeitern unterschied. Nach drei Monaten intensiver Analyse der Mitarbeiter kam das Psychologenteam zu einem Ergebnis. Der Unterschied zwischen den kreativen und den unkreativeren Mitarbeitern bestand schlicht und ergreifend darin, dass sich die Kreativen selbst als kreativ einschätzten, was die Unkreativeren wiederum nicht taten. Nein, es ist kein Scherz. Für diese Erkenntnis brauchte das Psychologenteam tatsächlich geschlagene drei Mo­nate. Es ist, wie Sie aus dem ersten Band der Wissenschaft der Gedankenführung bereits wissen, also von ganz entscheidender Bedeutung, welches geistige Bild Sie von sich selbst haben. Es ist nämlich genau dieses geistige Bild Ihrer Selbst, dessen Form Sie im Laufe der Zeit auch in der Realität annehmen werden. Alles, was Sie heute sind, ist das Ergebnis dessen, was Sie zuvor gedacht haben, und alles, was Sie in Zukunft sein werden, ist das Ergebnis dessen, was Sie heute denken. Seien Sie sich deshalb stets bewusst, dass auch Sie über ein kreatives Potenzial verfügen.

Doch was ist sie überhaupt, diese Kreativität, nach der es sich offenbar zu streben lohnt? Der Begriff der Kreativität lässt sich wie der der Intelligenz nur sehr schwer fassen und auch für dieses theoretische Konstrukt gibt es keine klare Definition von Allgemeingültigkeit. Die wesentlichen und charakteristischen Merkmale der Kreativität las­sen sich jedoch wie folgt in einem kurzen Satz zusammenfassen: Kreativität bedeutet, auf eine originelle und ungewöhnliche Weise etwas Neues zu schaffen, das für die Gesellschaft von Nutzen ist. Das Geschaffene ist also etwas zuvor noch nie dagewesenes und stellt auch für andere Menschen einen Mehrwert dar. Ohne diesen kreativen Schaffensdrang wäre eine Weiterentwicklung, etwa in der Kunst, der Architektur, der Gastronomie oder der Technik, erst gar nicht möglich. Eine unternehmerische Erneuerungsstrategie benötigt mithin eine Verknüpfung von logischem und kreativem Denken. Bei der Erschaffung von etwas Neuartigem ist die Kreativität jedoch keine göttliche Eingebung von kurzer Dauer, sondern sie erstreckt sich in einem länger andauernden Prozess. Erst in diesem Prozess, der nach einer beharrlichen Ausdauer verlangt, begibt sich der Schaffende in die Lage, etwas wirklich Originelles zu schaffen. Freilich wird dieser Prozess durch die ein oder andere kreative Pause unterbrochen, eine mehr oder weniger lange Unterbrechung, in der eine Erholung des Geistes und eine Wiederherstellung der schöpferischen Kräfte erfolgt. Der kreative Schaffensprozess lässt sich nach den Beobachtungen des deutschen Physiologen Hermann von Helmholtz und des französischen Mathematikers Henri Poincaré in vier verschiedene Stadien unterteilen, die fließend ineinander übergehen und sich nicht nur unterbewusst, sondern auch ganz bewusst zur systematischen Lösung von unbekannten Aufgabenstellungen nutzen lassen.

(Auszug aus dem Buch "Die Wissenschaft der Gedankenführung Band 2 Die Intelligenz")
 
Im zweiten Band der Wissenschaft der Gedankenführung erfahren Sie mehr über die vier Phasen des kreativen Schaffensprozesses. Dieser zweite Band befasst sich nach den Grundlagen mit der kognitiven Leistungsfähigkeit des Menschen. Heutzutage entscheiden standardisierte Intelligenztests über die schulische, die akademische und die berufliche Zukunft von Abermillionen Menschen in sehr vielen Ländern. Sie entscheiden über die Aufnahme in spezielle Schulprogramme für Hochbegabte, über die Vergabe von Stipendien an Hochschulen, über die Einstellung in ein Unternehmen oder über die zielgerichtete Verwendung eines Rekruten beim Militär. Die Intelligenz charakterisiert einen Menschen wie kaum ein anderes Persönlichkeitsmerkmal. Gehen Sie gemeinsam mit der Wissenschaft der Gedankenfüh­rung der kognitiven Leistungsfähigkeit des Menschen auf den Grund.

Lässt sich Ihre Intelligenz verbessern und das vielleicht auch noch in einem fortgeschrittenen Alter? Dieses Buch verrät es Ihnen.

  Die Wissenschaft der Gedankenführung
  Band II Die Intelligenz


  von Felix Brocker

  ISBN 978-3-00-042593-6

  Auch als Ebook und Hörbuch erhältlich!

    9,90 EUR [D]
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